Designing Empathy: Sociable Health App.

Aufgabe: Konzeption und Gestaltung einer mHealth Anwendung.

Psychische Erkrankungen, wie Angststörungen, bringen oft viele Hürden mit sich: schwieriger Zugang zu Hilfe, lange Wartezeiten für Therapieplätze und eine hohe Anzahl von Therapieabbrüchen. Ziel der digitalen mHealth-Anwendung ist es, Nutzer:innen ein Werkzeug an die Hand zu geben, um Ängste proaktiv bewältigen zu können. Durch den Einsatz digitaler Technologien soll der Zugang zu Psychotherapie erleichtert werden. Bei der Gestaltung wurden die Prinzipien der Usability, des nutzerzentrierten und persuasiven Designs sowie emotionale und vertrauensbildende Gestaltungselemente berücksichtigt und angewendet.

Projekt

Master-Arbeit

Leistungen

Corporate Design

UI/UX

Jahr

2023/2024

Health App Design

MITBEWERBER

Kernfeatures im Vergleich.

Alle Mitbewerber bieten Psychoedukation an, fünf Mood-Tracker und nur zwei ermöglichen das Planen von Aktivitäten. Vier visualisieren den Fortschritt, zwei bieten Expositionsübungen und nur Mindshine nutzt Gamification. Drei Apps sind verschreibungspflichtige DiGas und fünf Anbieter fokussieren sich ausschließlich auf mobile Anwendungen an.

ZIELGRUPPE

Von Wartezeit bis Therapie: Wer die Anwendung nutzt.

Die Anwendung richtet sich an alle Geschlechter, wobei Frauen doppelt so häufig an Angststörungen leiden wie Männer. Sie bietet Unterstützung für Menschen, die auf einen Therapieplatz warten, sowie für jene, die bereits in Behandlung sind und ihre Fortschritte in den Alltag integrieren möchten. Im Fokus stehen junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren, die besonders offen für digitale Lösungen sind und als Early Adopter sowie Vermittler in ihrem Umfeld agieren können.

ZIELGRUPPE

Wünsche & Erwartungen.

Bei einer Umfrage stellte sich heraus, dass sich eine Mehrheit der Nutzer Personalisierungsmöglichkeiten wünscht, insbesondere bei freien Eingaben wie Aktivitäten. Um Zusammenhänge besser erkennen und verstehen zu können, wünschen sich viele Nutzer zudem, Daten zu angstauslösenden Situationen speichern zu können. Es wurde auch der Wunsch nach Diversität und authentischeren Fallbeispielen geäußert. Darüber hinaus wurden Usability-Wünsche wie automatisches Login, Plausibilitätsprüfungen oder Verknüpfungen mit dem eigenen Kalender geäußert.

VISUELLE IDENTITÄT

Lernen ist modular.​

Das Corporate Design von Sociable basiert auf der Idee von Bauklötzen – ein Symbol für den Therapieprozess. Klare, geometrische Formen wie Quadrate, Rechtecke und Kreise stehen für die Bausteine, aus denen Schritt für Schritt Wissen und Fähigkeiten aufgebaut werden.

Wie beim Spiel mit Bauklötzen entsteht im Therapieprozess etwas Großes aus kleinen Schritten: Nutzer tasten sich vorsichtig an neue Informationen heran, kombinieren diese und lernen aus ihren Erfahrungen – immer mit dem Ziel, stabile Strukturen zu schaffen.

Die Integration von Farbverläufen in die geometrischen Formen verleiht dem Design Tiefe und Komplexität. Klare Linien sorgen für Struktur, während fließende, organische Muster für Bewegung und Lebendigkeit sorgen. Diese Mischung aus Ordnung und Dynamik spiegelt die Vielschichtigkeit mentaler Prozesse und Gefühle während einer Therapie wider.

LOGO

Sociable.

Der Name Sociable (dt. „kontaktfreudig“, „gesellig“) setzt sich aus den Wörtern „Social“(sozial) und „able“(fähig) zusammen und beschreibt damit die Fähigkeit zu sozialen Interaktionen. Der Name bringt das Ziel der Anwendung auf den Punkt: den Anwender:innen die Angst vor sozialen Interaktionen zu nehmen.

KONZEPTION

PRECED/ PROCEED.

Die mHealth-Anwendung berücksichtigt gemäß dem PRECED/PROCEED-Modell Neigungs-, Befähigungs- und Verstärkungsfaktoren. Psychoedukation fördert Wissen, Werte und Einstellungen (Neigungsfaktor). Befähigungsfaktoren wie Fortschrittsvisualisierung und Expositionsübungen unterstützen Verhaltensänderungen. Verstärkungsfaktoren werden durch Feedback von Fachleuten und Gamification-Elemente (z.B. Streaks) erreicht. Die Funktionsauswahl basiert auf Mitbewerber- und Zielgruppenanalyse sowie persuasiven Designansätzen.

FUNKTION

Fortschritte verfolgen.

Im Fortschritt können die Nutzer:innen Statistiken über die erfassten Einträge in visualisierter Form anschauen. Dies ermöglicht die Verfolgung des Fortschritts und gibt den Nutzer:innen wertvolles Feedback über die erreichten Ziele. Dies kann die Motivation der Nutzer:innen erhöhen, da sie ihre Erfolge deutlich vor Augen haben und sich dadurch positiv bestärkt fühlen.

Die Nutzer:innen erfahren zudem, welche Aktivitäten ihnen gut tun und bei welchen Aktivitäten sie sich noch unwohl fühlen. Aktivitäten, die den Nutzer:innen Unbehagen bereiten, können für Expositionsübungen genutzt werden.

Die Möglichkeit, die Sichtbarkeit ein- und auszuschalten, fördert die Autonomie der Nutzer:innen. Sie haben die Kontrolle über ihre Daten und können aktiv entscheiden, wie viel sie teilen möchten.

FUNKTION

Edukation & Exposition.

Der Kurs setzt sich aus zwei Bausteinen zusammen: Der Psychoedukation und den Expositions-Übungen.

Im Baustein Edukation finden die Nutzer:innen aufeinander aufbauende Lerninhalte vor. Die Lerninhalte werden durch Texte, Bilder, Videos und Audioinhalte vermittelt. Aktive Einheiten werden auf der Kursseite prominent angezeigt. Über den Button „Favoriten“ können Nutzer:innen auf die von ihnen als relevant gekennzeichneten Inhalte zugreifen.

Im Behandlungsbaustein Exposition lernen die Nutzer:innen den Nutzen von Expositionsübungen kennen. Sie können ihre eigenen Expositionsübungen vorbereiten, planen und aufzeichnen.

FUNKTION

Check-Ups.

Nutzer:innen haben zudem die Möglichkeit, Symptome zu Panikattacken anzugeben. Um den Nutzer:innen zu helfen, ihre Symptome besser zuzuordnen, sind mögliche Symptome abstrakt durch Illustrationen visualisiert. Die interaktiven Elemente, fördern die aktive Beteiligung und Selbstbeobachtung. Die Möglichkeit, Symptome konkret zu benennen, kann die Kommunikation mit Therapeut:innen verbessern und das Verständnis für die eigene psychische Gesundheit vertiefen.

FUNKTION

Individuelle Betreuung.​

Die Nutzer:innen erhalten persönliche Unterstützung durch eine ihnen zugeteilte psychotherapeutische Fachperson, um ihre individuellen Bedürfnisse und Anliegen zu adressieren. Die Verfügbarkeit einer psychotherapeutischen Fachperson bietet den Nutzer:innen kontinuierliche Unterstützung, was besonders in stressigen Zeiten oder während besonderer Herausforderungen wichtig sein kann. 

Nutzer:innen erhalten zudem wöchentlich Feedback zu ihren Fortschritten. Das regelmäßige Feedback zu den Fortschritten hilft den Nutzer:innen, ihre Erfolge zu erkennen und sich motiviert zu fühlen.

FUNKTION

Selbstwirksamkeit stärken

Die Nutzer:innen werden angehalten, sich wiederholt und gezielt mit angstauslösenden Situationen und Orten auseinanderzusetzen.

User:innen können individuelle Übungen erstellen, die auf die persönlichen Ängste der Nutzer:innen eingehen. Das eigenständige Planen und Durchführen von Expositionsübungen stärkt zudem die Selbstwirksamkeit der Nutzer:innen, da sie erleben, dass sie in der Lage sind, aktiv an ihrer eigenen Therapie teilzunehmen.

Es ist auch möglich, vergangene Expositionsübungen in chronologischer Reihenfolge im Verlauf anzusehen. Dies erleichtert zudem eine eventuelle spätere Besprechung der Situation mit Therapeut:innen.

FUNKTION

Selbst-wirksamkeit stärken

Die Nutzer:innen werden angehalten, sich wiederholt und gezielt mit angstauslösenden Situationen und Orten auseinanderzusetzen.

User:innen können individuelle Übungen erstellen, die auf die persönlichen Ängste der Nutzer:innen eingehen. Das eigenständige Planen und Durchführen von Expositionsübungen stärkt zudem die Selbstwirksamkeit der Nutzer:innen, da sie erleben, dass sie in der Lage sind, aktiv an ihrer eigenen Therapie teilzunehmen.

Es ist auch möglich, vergangene Expositionsübungen in chronologischer Reihenfolge im Verlauf anzusehen. Dies erleichtert zudem eine eventuelle spätere Besprechung der Situation mit Therapeut:innen.

FUNKTION

Live-Aufzeichnungen.

Während der Exposition kann das Angstniveau diskret und live über den Lautstärkeregler des Mobiltelefons (oder über angeschlossene Kopfhörer) eingestellt und aufgezeichnet werden. Durch die Live-Aufzeichnung erhalten die Nutzer:innen nicht nur ein realistisches Bild über das Ausmaß und die Dauer ihrer Angst, sondern es werden auch ihre Fortschritte sichtbar und greifbar.

Nach Beendigung der Exposition können Nutzer:innen den Schwierigkeitsgrad einer Übung bewerten. Diese Informationen können genutzt werden, um zukünftige Expositionsvorschläge besser an die individuellen Bedürfnisse anzupassen.

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